Jugendfeuerwehr Waldstetten, seit 11.04.2006
   
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  Nachdenkliches
 
Nachdenkliches

Denk mal drüber nach...

Bitte nehmt Euch die Zeit, diese Zeilen durchzulesen!!!!
Und denkt bei der nächsten Heimfahrt mal an diese Geschichte:

Andi schaute kurz noch einmal auf seinen Tacho, bevor er langsamer
wurde: 79 innerhalb einer Ortschaft. Das vierte mal in gleicher
Anzahl von Monaten. Wie konnte ein Typ denn so oft erwischt werden?
Als er sein Auto auf 10 km/h abbremste fuhr Andi rechts ran.
Der Polizist, der ihn angehalten hatte stieg aus seinem Auto aus,
mit einem dicken Notizbuch in der Hand. Christian? Christian aus der
Kirche? Andi sank tiefer in seinen Sitz.
Das war nun schlimmer als der Strafzettel. Ein christlicher Bulle
erwischt einen Typen aus seiner eigenen Kirche. Einen Typen, der
etwas angespannt war, nach einem langen Tag im Büro. Einen Typen,
der morgen Golf spielen wollte. Als er aus seinem Auto sprang erblickte
er den Polizisten, den er jeden Sonntag in der Kirche sah. Er hatte
erst nur den Mann in Uniform gesehen.

"Hi Christian. Komisch, dass wir uns so wieder sehen!"
"Hallo Andi." Kein Lächeln.
"Ich sehe Du hast mich erwischt in meiner Eile nach Hause zu kommen,
um meine Frau und Kinder zu sehen."
"Ja, so ist das." Christian, der Polizist schien unsicher zu sein.
"Ich bin die Tage erst sehr spät aus dem Büro gekommen. Ich denke
auch, dass ich die Verkehrsregeln nun mehr als einmal gebrochen habe."
Andi war nervös und ungeduldig. "Verstehst Du, was ich meine ?"
"Ich weiß, was Du meinst. Ich weiß auch, dass Du soeben ein Gesetz
gebrochen hast."
Aua. Dies geht in die falsche Richtung. Zeit die Taktik zu ändern.
"Bei wieviel hast Du mich erwischt?"
"Siebzig. Würdest Du Dich bitte wieder in Dein Auto setzen?"
"Ach Christian, warte bitte einen Moment. Ich habe sofort auf den
Tacho geschaut, als ich Dich gesehen habe! Ich habe mich auf 65 km/h
geschätzt!" Andi konnte mit jedem Strafzettel besser lügen.
"Bitte Andi, setz Dich wieder in Dein Auto."

Genervt quetschte Andi sich durch die noch immer offene Türe. Ein
Knall. Türe zu. Er starrte auf sein Armaturenbrett. Christian war
fleißig am schreiben auf seinem Notizblock. Warum wollte Christian
nicht Führerschein und Papiere sehen? Was auch immer der Grund war,
es würden einige Sonntage vergehen, bis er sich in der Kirche wieder
neben diesen Polizisten setzen würde.

Christian klopfte an die Tür. Er hatte einen Zettel in der Hand.
Andi öffnete das Fenster, maximal 5 cm, gerade genug, um den Zettel an
sich zu nehmen. Christian gab ihm den Zettel durch. "Danke." Andi
konnte die Enttäuschung nicht aus seiner Stimme halten. Christian
setzte sich wieder ins Auto ohne ein Wort zu verlieren. Andi wartete und
schaute durch seinen Spiegel zu. Dann faltete er den Zettel auf. Was
würde ihn dieser Spaß wieder kosten?

Hej! Warte mal! War das ein Witz? Dies war kein Strafzettel. Andi las:
"Lieber Andi, ich hatte einmal eine kleine Tochter. Als sie sechs Jahre
alt war starb sie bei einem Verkehrsunfall. Richtig geraten, der Typ
ist zu schnell gefahren. Einen Strafzettel, eine Gebühr und drei Monate
Knast und der Mann war wieder frei. Frei um seine Töchter wieder in den
Arm nehmen zu dürfen. Alle drei konnte er wieder liebhaben. Ich hatte
nur eine und ich werde warten müssen, bis ich in den Himmel komme, bevor
ich sie wieder in den Arm nehmen kann. Tausend Mal habe ich versucht
diesem Mann zu vergeben. Tausend Mal habe ich gedacht, ich hätte es
geschafft. Vielleicht habe ich es geschafft, aber ich muß immer
wieder an sie denken. Auch jetzt. Bete bitte für mich. Und sei bitte
vorsichtig, Andi. Mein Sohn ist alles was ich noch habe.
Gruß Christian"

Andi drehte sich um und sah Christians Auto wegfahren. Er fuhr die
Straße wieder runter. Andi schaute bis er nicht mehr zu sehen war.
Erst ganze 15 Minuten später fuhr er langsam nach Hause. Er betete
um Verzeihung und zu Hause angekommen nahm er seine überraschte
Frau und Kinder in den Arm und drückte sie ganz fest.

Das Leben ist so wertvoll. Behandle es mit Sorgfalt. Dies ist eine
sehr wichtige Nachricht, bitte gib sie weiter an alle anderen
Freunde.
Fahr vorsichtig und mit Verständnis anderen gegenüber. Vergiß nie,
Autos kann man wieder kaufen - so viele man will. Menschenleben aber...

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Alkohol am Steuer

Ich ging zu einer Party, Mama,
ich erinnerte mich, was Du sagtest.
Du ermahntest mich, nicht zu trinken,
also trank ich Soda stattdessen.
  Ich fühlte mich richtig stolz,
so wie Du es mir vorausgesagt hattest.
 Ich habe nicht getrunken, um dann zu fahren,
 obwohl mir die anderen sagten, es sei nichts dabei.

      Ich weiß, ich tat das Richtige.
      Nun ist die Party zuende,
      und alle fahren sie fort.
      Als ich in meinen Wagen stieg,
      wusste ich, ich würde rasch nach Hause fahren,
      weil Du mich so erzogen hast,
      verantwortungsbewusst und lieb.

      Ich fuhr also los,
      aber als ich auf die Straße auffuhr,
      sah mich der andere Wagen nicht,
      er fuhr einfach über mich drüber.
      Als ich lag auf dem Asphalt,
      hörte ich den Polizisten sagen,
      "Der andere Typ war betrunken",
      Und nun bin ich es, die bezahlen wird.
      Ich liege hier sterbend, Mama...
      Ich wünsche Du wärst bald hier.
      Wie konnte das geschehen, Mama?
      Mein Leben zerplatzte wie ein Ballon.

      Überall um mich ist Blut,
      das meiste davon ist meins.
      Ich höre den Arzt sagen,
      bald werde ich sterben.
      Ich wollte Dir nur sagen, Mama,
      ich schwöre, ich hab nichts getrunken.
      Es waren die anderen,
      die anderen haben nicht nachgedacht.
      Er war wohl auf derselben Party wie ich.
      Der einzige Unterschied ist, er hat was getrunken
      Und ich werde sterben.

      Warum betrinken sich die Leute, Mama?
      Es kann ihr ganzes Leben zerstören.
      Jetzt fühl ich heftige Schmerzen.
      Es sticht wie ein Messer.
      Der Typ, der mich anfuhr, der geht,
      und ich denke, das ist nicht fair.
      Ich liege hier im Sterben
      Und alles, was er kann, ist, zu starren.

      Sag meinem Bruder, er soll nicht weinen, Mama,
      schreibt "Papas Mädchen" auf mein Grab.
      Jemand hätte ihm sagen sollen,
      kein Alkohol hinter dem Steuer.
      Wenn sie es ihm bloß gesagt hätten,
      wäre ich noch am Leben.

      Mein Atem wird kürzer,
      ich bekomme solche Angst.
      Bitte, weine nicht um mich, Mama.
      Du warst immer da, als ich Dich brauchte.
      Ich hab ich nur noch eine letzte Frage, Mama.
      Bevor ich mich verabschiede.

    
  Ich bin nicht betrunken gefahren,
      also warum bin ich diejenige, die stirbt?

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Die Feuerwehren am Aushungern?

„Retten, löschen, bergen, schützen", so lautet ein Wahlspruch der Feuerwehren, und diese vier Worte umschreiben auch ganz treffend deren Aufgaben bzw. die Erwartungen, welche in unsere Feuerwehren gesetzt sind.

Die Spezialisten der Freiwilligen Feuerwehren müssen nach einer Alarmierung sofort am Ort des Geschehens sein, sie müssen natürlich dort selbst schnellstens Hilfe leisten. Wenn möglich sollen sie auch gleich alle Spuren der Katastrophe beseitigen und dabei dürfen selbstverständlich keine Fehler passieren - dies alles setzt man als Betroffener oder Außenstehender (Zuschauer?) natürlich voraus, denn dafür sind die tapferen Helden der Feuerwehren schließlich da...


Nur - ganz so einfach ist die Sache dann nicht, denn um im Ernstfall so helfen zu können, wie es erwartet wird, müssen mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt sein:


1. Personal
Das Personal - Hier gleich eines vorweg: Bei den meisten Feuerwehrmitgliedern handelt es sich keineswegs um hochbezahlte Profis. Die Männer (und Frauen) der Feuerwehren versehen ihren Dienst am Nächsten ehrenamtlich, d.h. ohne jegliche Bezahlung. Für ihre Aus- und Weiterbildung und den Besuch von Spezialkursen müssen sie Urlaub nehmen, die notwendigen Übungen zur Erhaltung bzw. Verbesserung des Ausbildungsstandes finden in ihrer Freizeit statt. Oder die Einsätze: Zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit zu sein, jede Krisensituation unter teilweise enormen psychischen Druck meistern. Oft sind dabei auch schwere und sehr gefährliche Arbeiten durchzuführen.


2. Ausrüstung
Die Feuerwehrausrüstung: Hierbei handelt es sich um Fahrzeuge und Geräte, welche die technischen Voraussetzungen für alle möglichen Hilfeleistungen schaffen. Da zur Herstellung dieser Ausrüstung naturgemäß nur hochwertiges Material verwendet werden kann und auch eine lange Stabilität und Haltbarkeit unter schwierigsten Einsatzbedingungen verlangt wird, ist sie auch relativ teuer. Und genau hier beginnt es, kritisch zu werden.


3. Mehr Aufgaben - weniger Geld

Obwohl die Aufgabenstellungen an die Feuerwehren immer umfangreicher werden, gibt es zur Beschaffung der dafür notwendigen Geräte und vor allem Fahrzeuge nicht genügend finanzielle Mittel. Sicher, einige Feuerwehren wurden in letzter Zeit mit modernsten Fahrzeugen ausgestattet, aber sehr viele Feuerwehren müssen noch mit zum Teil komplett veralteten und zu schwach motorisierten Fahrzeugen vorlieb nehmen. Konnten sie früher nach 15 Jahren um einen Ersatz ansuchen, so wurde diese Frist nun auf 20 Jahre hinaufgesetzt. Dies brachte natürlich schon so manche Probleme mit sich. Aber durch den chronischen Geldmangel kam es dazu, dass die „Altersgrenze" für Feuerwehrfahrzeuge nun auf ganze 25 Jahre erweitert wurde. Das heißt: Es muss ein Vierteljahrhundert Dienst versehen, bevor es durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden kann, sofern die finanziellen Mittel dafür vorhanden sind; schließlich leiden auch die Gemeinden selbst immer mehr unter dem finanziellen Notstand.

Die für diesen Missstand Verantwortlichen sind aufgerufen, schnellstens eine positive Wende herbeizuführen und alle Feuerwehren mit entsprechenden Fahrzeugen und Geräten auszustatten. Es ist nämlich schlicht und einfach falsch, immer nur damit zu argumentieren, es koste zu viel. Man kann nicht einerseits verlangen, die Feuerwehren müssen alles können (auch der Katastrophenschutz ist hier integriert) und sie andererseits aushungern. Und überhaupt: Es ist geradezu beschämend, wenn von den zuständigen Stellen immer nur die Kostenfrage in den Vordergrund gestellt wird und gleichzeitig gerne übersehen wird, daß alle Feuerwehrmitglieder ihren oft sehr gefährlichen und anstrengenden Dienst zum Wohle der Allgemeinheit selbstlos und gratis versehen. Noch dazu leistet die Feuerwehr als „Mädchen für alles" des öfteren Arbeiten, die gar nicht zu ihren Aufgaben zählen. Außerdem müsste die Rettung von Menschen, Tieren und Sachwerten den Einsatz aller Mittel rechtfertigen.

Viel Leistung um wenig Geld?

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Ich wünschte, Du hättest meinen Job

Leute, ich wundere mich über Euch.
Ich wundere mich, wenn Ihr an einer Feuerwache vorbeifahrt und sagt: "Ich wünschte, ich hätte deinen Job."
Nun manchmal wünschte ich auch, dass Ihr ihn hättet!
Ich wünschte, Ihr hättet ihn gehabt, als ich zu meinem ersten großen Brand fuhr und mich zu Tode fürchtete.
Ich wünschte Ihr hättet ihn, wenn ich hinter einem Rettungswagen sitze
und einen fünfjährigen Jungen versuche wiederzubeleben und danach das Entsetzen der Familie sehe, wenn der Arzt ihnen sagt dass ihr Sohn tot ist.
Was glaubt Ihr wie ich meine Kinder in dieser Nacht festhalten wollte.
Ich wünschte, Ihr hättet ihn, wenn ich um zwölf Uhr nachts friere und mich nicht bewegen will und es doch muss.
Ich wünschte, Ihr hättet ihnen an Heilig Abend, wenn ich im Dienst bin und Ihr zu Hause bei Eurer Familie.
Ich wünschte jedes Mal, Ihr hättet ihn, wenn ich zu einem "dicken Hund" ausrücken muss.
Ihr werdet ungehalten, wenn wir nicht in Sekunden bei Euch sind.
Ihr werdet sauer, wenn wir nicht zu Euch kommen, wenn Ihr zwei Meilen außerhalb der Stadtgrenzen wohnt.
Ihr regt Euch auf, wenn Ihr Euer Essen auf dem Herd vergessen habt und wir den Gestank nicht aus Eurer Wohnung bringen.
Ob ich meinen Job mag?
Ja, ich hab in gerne!
Ja, ich liebe ihn, wenn ich ein fünfjähriges Kind vom Tode errettet habe!
Ich arbeite gerne unter Atemschutz und weiß, dass ich mein Bestes gebe!
Ich habe es gerne, wenn Kinder zur Feuerwache kommen.
Mehr Erwachsene sollten kommen.
Ich achte den Respekt, den mir Leute entgegenbringen, die wissen, was ich leiste und die meinen Job kennen.
Ich habe es gern, wenn Ihr sagt:

Danke Feuerwehrmann, dass du da gewesen bist.

Während ich mich also über Euch wundere, wundert Euch nicht über mich.
Ich bin nichts besonderes, aber wenn ihr mich braucht, bin ich da!

Ein Feuerwehrmann

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Ich wünschte, du könntest...

 "Ich wünschte, du könntest den Kummer des Geschäftsmannes sehen, als sein Lebenswerk in Flammen aufging oder die Familie, die nach Hause kam, nur um ihr Haus und ihre Habseligkeiten beschädigt oder sogar zerstört vorzufinden.

Ich wünschte, du könntest fühlen, wie es ist, ein brennendes Schlafzimmer nach eingeschlossenen Kindern abzusuchen; die Flammen schlagen über deinen Kopf hinweg, während des Kriechens schmerzen deine Handflächen und Knie, der Fußboden gibt unter deinem Gewicht nach, wenn die Küche unter dir zu brennen anfängt.

Ich wünschte du könntest die Furcht in den Augen einer Ehefrau um 3 Uhr morgens sehen, wenn ich ihrem 40 Jahre altem Ehemann den Puls fühle und keinen finde, ich beginne mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, hoffe wider besseres Wissen ihn zurückzuholen, aber ich weiß, dass es zu spät ist. Aber seiner Frau und seiner Familie muss ich das Gefühl geben, dass alles Mögliche getan wurde.

Ich wünschte, du könntest den unvergleichlichen Geruch von brennenden Isolierungen, den Geschmack von Ruß auf deinen Schleimhäuten, das Gefühl der intensiven Hitze, die durch deine Ausrüstung dringt, das Geräusch der lodernden Flammen und die Beklemmung absolut nichts durch diesen dichten Rauch zu sehen, nachempfinden – "Sensationen, an die ich mich zu sehr gewöhnt habe, mit denen ich zu sehr vertraut geworden bin."

Ich wünschte, du könntest verstehen, wie es ist, am Morgen zur Schule oder zur Arbeit zu gehen, nachdem du den Großteil der Nacht, heiß und wieder nass durchgeschwitzt, bei einem Großfeuer verbracht hast.

Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich zu einem entstehenden Feuer gerufen werde, "Ist es ein falscher Alarm oder ein fortgeschrittenes, atmendes Feuer? Wie ist das Gebäude konstruiert? Welche Gefahren erwarten mich? Sind Menschen eingeschlossen?"

Ich wünschte, du könntest in der Notaufnahme dabei sein, wenn der Arzt das hübsche 5 Jahre alte Mädchen für tot erklärt, nachdem ich es zuvor 25 Minuten lang versucht habe am Leben zu halten; sie wird nie zu ihrem ersten Date gehen können oder jemals wieder die Worte "Ich liebe dich, Mama" sagen können.

Ich wünschte du könntest die Frustration im Führerhaus des Löschfahrzeuges fühlen, der Maschinist drückt seinen Fuß fest auf die Bremse, mein Daumen drückt wieder und wieder den Schalter des Presslufthorns, wenn du dir vergeblich versuchst Vorfahrt an einer vorfahrtberechtigten Kreuzung zu verschaffen oder im dichten Verkehrsstau. Wenn du uns brauchst, wann auch immer es ist, deine ersten Worte nach unserem Eintreffen werden sein: "Es hat fast eine Ewigkeit gedauert bis ihr hier wart!"

Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich helfe, eine junge Frau aus den zertrümmerten Resten ihres Wagens zu ziehen, "Was wäre, wenn es meine Schwester, meine Freundin oder eine Bekannte ist? Wie werden ihre Eltern reagieren, wenn vor ihrer Tür ein Polizist steht, der seine Mütze in den Händen hält?"

Ich wünschte, du könntest wissen, wies es sich anfühlt nach Hause zu kommen, meine Eltern und Familie zu begrüßen, aber nicht das Herz zu haben ihnen zu erzählen, dass ich beinahe von meinem letzten Einsatz nicht zurückgekommen wäre.

Ich wünschte, du könntest die physische, emotionale und mentale Belastung von stehengelassenem Essen, verlorenem Schlaf und verpasster Freizeit vorstellen, zusammen mit all den Tragödien, die meine Augen gesehen haben.

Ich wünschte, du könntest verstehen, wie es ist, einen kleinen Jungen auf deinem Arm zu tragen, der fragt, "Ist meine Mama O.K.?", und es ist dir unmöglich, ihm in die Augen zu schauen, ohne dass dir die Tränen in die Augen steigen und weißt nicht, was du sagen sollst. Oder wie es ist, einen alten Freund zurückzuhalten, der mit ansehen muss, wie sein bester Kumpel in den Rettungswagen getragen wird, und du weißt genau, dass er nicht angeschnallt war.  

Ich wünschte, du könntest die Kameradschaft und die Befriedigung, Leben gerettet oder jemandes Eigentum geschützt zu haben, erfahren, da zu sein zur richtigen Zeit am richtigen Ort, in der Gefahr oder aus der Hektik und dem Chaos heraus Ordnung zu schaffen.

Solange du dieses Leben nicht durchgemacht hast, wirst du niemals wirklich verstehen oder einschätzen können, wer ich bin, was wir sind oder was unsere Arbeit wirklich bedeutet."  

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So starb Friedrich....

 

Da die Feuerwehren zumeist sehr unmittelbar mit dem Schrecken und Leiden eines Verkehrsunfalls konfrontiert werden, möchten wir an dieser Stelle über die gesamte Dramatik und auch die Grausamkeit eines Unfalles berichten. Besonders ansprechen wollen wir unsere jugendlichen Mitbürger im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Denn auf diese entfallen nicht weniger als 48 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden.
Die häufigste Unfallursache ist überhöhte Geschwindigkeit; bei einem Drittel aller Fälle ist Alkohol im Spiel. An einem Freitag ereignen sich statistisch gesehen die meisten Unfälle mit Sachschäden, "todsicher" - im traurigsten Sinne des Wortes - ist man an einem Samstag zwischen 15 und 21 Uhr unterwegs. Der "Hauptdarsteller" heißt Friedrich, doch genauso gut könnte er anders heißen - vielleicht genauso wie ...

Sekunde Null Friedrich fährt 90 km/h. Sein Auto wiegt 1.200 kg. Bei diesem Tempo stecken im Auto 38.226 kg Translationsenergie (nach vorne in Fahrtrichtung strebende Wucht).
Das entspricht der Wucht einer aus 2.000 Meter Höhe abgeworfenen 250 kg Bombe, die mit einer Kraft (Gewicht) von 100 bis 300 Megapond (1 Megapond=1.000 kg) auf hartes Pflaster knallen würde. Friedrich tut von sich aus noch 2.230 kg Energie hinzu, weil er 70 kg wiegt und auch 90 km/h fährt. Soeben fährt er gegen einen Baum.

Sekunde 0,1 Das Zehntel einer Sekunde ist vorbei. Stoßstange und Kühlergrill sind eingedrückt, die Motorhaube beginnt sich zu kräuseln. Der Wagen hat etwa 5 km/h an Fahrt verloren. Friedrich fühlt sich deutlich nach vorne gedrängt. Neben seinem Gewicht, das mit 70 kg im Polster sitzt, hat er nun auch ein Gewicht nach vorne von 170 kg. Friedrich macht die Beine steif, um dieser Neuigkeit im wörtlichen Sinn entgegenzutreten. Und er drückt gegen das Lenkrad, damit es ihn nicht aus dem Sitz hebt. Mit den Beinen stemmt er rund 156 kg ab, mit den Armen stemmt er auch so 30 bis 35 kg. Er hätte nie geglaubt, dass er so stark ist, aber es gelang ihm, noch sitzen zu bleiben. Da kommt der zweite harte Stöße. Noch ehe er sich besinnen kann, ist sie vorbei, die Sekunde 0,1

Sekunde 0,2 Die etwas härteren Teile des Fahrzeuges, Radaufhängung und Kühler, sind soeben am Baum angekommen; die Verbindungen mit dem Wagen reißen ab, denn der übrige Wagen fährt noch sehr schnell, insbesondere hinten mit dem Kofferraum. Friedrich fühlt jetzt einen mächtigen Schlag auf den Beinen, denn der Teil des Wagens, gegen den er sich mit den Füßen stemmt, wurde soeben auf etwa 60 km/h abgebremst. Mit den Beinen stemmt er 350 bis 420 kg ab. Wollte er jetzt noch sitzen bleiben, müsste er mit den Armen 220 kg am Lenkrad abstemmen, aber das schafft er doch nicht. Seine Kniegelenke geben nach, sie brechen einfach knirschend oder springen aus dem Gelenk. Und deutlich spürbare Gewalt zieht ihn mit seinem Gewicht von rund 140 kg auf einer Kreisbahn nach oben in die Ecke der Sonnenblende. Alles in allem verteilt Friedrich zurzeit insgesamt 413 kg Eigengewicht auf seine Gliedmaßen.

Sekunde 0,3 Friedrich hat jetzt ein etwas leichteres Schicksal: Er ist mit Fliegen beschäftigt, er ist noch unterwegs zu den Hindernissen. Seine gebrochenen Knie kleben am Armaturenbrett, mit den Händen hält er fest das Lenkrad, das sich unter seinem Griff elastisch biegt, und ihn um weitere 5 km/h abbremst.

Sekunde 0,4 Friedrich ist noch immer unterwegs, sein Becken stößt gegen den Lenkradkranz. Friedrich ist in diesem Moment nur etwa 100 kg schwer. Die Lenksäule biegt sich unmerklich nach oben. Da kommt der furchtbare Moment, indem der schwerste und stabilste Teil des Wagens, der Motor, an den Baum kracht.

Sekunde 0,5 ist soeben vorbei. Motor und Friedrich stehen still. Nur der Kofferraum fährt noch mit 50 oder 60 km/h. Die Seitenwände des Wagens überholen sich selbst. Die Hinterräder bäumen sich hoch auf, zwei drei Meter hoch. Aber der Wagen interessiert uns jetzt nicht: Was ist mit Friedrich in dieser Zeit passiert? Friedrich kam im Verlauf einer Zehntelsekunde zum Stillstand. Sein Gewicht wuchs auf 973 kg an. Mit dieser erbarmungslosen Gewalt wurde er auf die Lenksäule geschleudert. Das Lenkrad, an dem er sich noch immer fest hielt, brach unter dieser Stoßkraft zusammen wie eine morsche Brezel. Mit der Kraft von rund 870 bis 920 kg (je nach Stärke des Volants) dringt die Lenksäule als stumpfe Lanze in seine Brust. Gleichzeitig rammt der Kopf mit einem betäubenden Schlag die Windschutzscheibe. Hätte sich Friedrich nicht mit so übermenschlicher Kraft am Lenkrad fest gehalten, dann würde er vielleicht auch 1.300 kg schwer geworden sein, in diesem Moment. Und dabei wären ihm die festgeschnürten Schuhe von den Füßen geflogen

Noch eine oder zwei Zehntelsekunden, dann ist Friedrich tot.

Nach sieben Zehntelsekunden steht der Wagen still.

Das Unglück ist vorbei. Sagen Sie einmal "einundzwanzig" das ist eine Sekunde.

Und nun sagen sie "zwanzig": Das ist die Zeit in die Ewigkeit für Friedrich gewesen.

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... und keiner geht hin!
Es prasselt, als würde jemand Erbsen auf ein Dachfenster fallen lassen, aber es kommt nicht von oben. Es kommt durch das geöffnete Schlafzimmerfenster. Und erst als wir davon wach werden, können wir das Feuer auch riechen und sehen. Als wir nach draußen rennen, beleuchtet der Widerschein des Feuers die Szene mit seinem typisch unruhigen Licht. Außer dem Besitzer des Anwesens und uns ist nur noch ein weiterer Nachbar da. Beide bemühen sich, den Brand mit Gartenschläuchen in Schach zu halten. Der Rest der Leute aus den benachbarten Häusern, der nicht schon im Urlaub ist, verbringt den Sommerabend wohl irgendwo anders bei Freunden und Bekannten. Die Gefahr ist offensichtlich: Die Bauhütte brennt bereits lichterloh und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Feuer auf den Neubau übergreifen wird. „Ich habe die Feuerwehr schon gerufen..." sagt der Besitzer. „Vor 20 Minuten..." fügt er resigniert hinzu. Alle nicken verstehend. Es dauert nun mal seine Zeit, bis die Feuerwehr kommt, wenn man nicht in der Stadt wohnt, wo es eine Berufsfeuerwehr gibt, die rund um die Uhr besetzt ist. Das Problem liegt aber nicht in der Entfernung - das alte Zeughaus liegt nur etwa fünf Minuten von uns entfernt...

Da hören wir das Martinshorn und man kann auch das Flackern des Blaulichtes schon sehen. Der Besitzer des Grundstückes läuft ihnen entgegen, damit nicht noch mehr Zeit verloren geht. „Mensch - so ein Glück, dass die schon da sind..." seufzt der andere Nachbar erleichtert und blickt auf seinen Gartenschlauch. „Damit kommt man ja wirklich nicht weit..." Nur zwei Mann sitzen im Löschfahrzeug. Und wie zu erwarten, sind es Pensionäre. Einer der beiden, der wie ich weiß schon über 60 ist, aber immer noch sehr dichtes, dunkles Haar hat, verschafft sich rasch einen Überblick. „Der war früher der Kommandant - als die Freiwillige Feuerwehr noch mehr Mitglieder hatte. Unser Glück, dass der da ist... Eigentlich dürfte er in seinem Alter gar nicht mehr..." Der Alte trifft rasch seine Entscheidungen: „Hans, Du versuchst erst mal den Brand mit dem Tankwagenschlauch vom Neubau wegzuhalten, bis ich denen hier gezeigt habe, was zu tun ist... Ihr kommt mit und helft mir, eine Saugleitung vom Löschteich aufzubauen." „Und was ist mit der Bauhütte?" fragte ich. Der Alte sah mich skeptisch an: „Die ist eh nicht mehr zu retten. Die Zeiten, wo wir genug Leute hatten, um einen Brand zu bekämpfen, sind vorbei. Heutzutage verwalten wird hauptsächlich das Feuer, das wir vorfinden. Also los!".

Eigentlich war es erstaunlich, dass wir den Neubau retten konnten. Und hätten uns die beiden Alten nicht so klare Anweisungen gegeben, wir hätten wohl nie Wasser in die großen Schläuche bekommen. Als wir vor den glimmenden Resten der Bauhütte standen, meinte meine Freundin: „Das war knapp..." „Da haben wir schon Schlimmeres erlebt", entgegnet der Alte. „Das war ja nichts Großes. Wir waren nur viel zu wenige. Erst recht zu wenige Ausgebildete.. zwölf Aktive... damit kommt man nicht über die Urlaubszeit." „Aber warum werden dann nicht mehr ausgebildet?", frage ich. „Weil keiner kommt, wenn man was macht - weil keiner Zeit hat. Eine Jugendgruppe haben wir schon seit zwei Jahren nicht mehr. Freiwillige Feuerwehr - so etwas kostet nun mal Zeit. Die Zeit, die man beim Einsatz nicht hat, die braucht man zum Üben." Er will gerade weiterreden, als ein Piepsen ertönt. Tüt.. tüt.. tüt. „Ein Dreier-Alarm..", sagte der Alte und hält mir den Feuerwehr-Piepser hin. Aber das Gerät hört nicht auf... tüt.. tüt..tüt..

Tüt.. tüt.. tüt.. - ich schlage die Augen auf. Wie immer drücke ich zuerst auf dem Wecker herum, weil ich denke, dass er es ist. Aber beim Blick auf die Uhr wird mir klar, dass es erst viertel nach drei ist. Samstag nacht. Meine Freundin ist auch wach... „Piepser?" fragt sie schlaftrunken. „Ja", sagte ich, „ein Dreier-Alarm..." Keine Frage, wir werden jetzt rasch in die Klamotten springen und mit dem Auto zum Feuerwehrhaus fahren. Wir wollen es. Wir haben uns freiwillig dafür entschieden. Und deshalb müssen wir jetzt auch - ziemlich egal wann. Ob es draußen kalt oder warm ist. Denn stellt euch vor, es gibt eine Freiwillige Feuerwehr und keiner geht hin...

Stellt euch vor, es brennt und keiner kommt löschen.....

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Märchen vom Auszug aller "Ausländer"

"Es war einmal...", so beginnt das Märchen "Von denen, die auszogen, weil sie das Fürchten gelernt hatten."

Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten. Über den Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen". Steine flogen in die Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Bürgerhäusern waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.

"Los, kommt, es reicht, wir gehen".

"Wo denkst du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?"

"Da unten? Das ist immerhin unsere Heimat. Hier wird es immer schlimmer. Wir tun, was an der Wand steht: Ausländer raus!"

Tatsächlich, mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf: Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokolade und Pralinen in ihren Weihnachtsverkleidungen. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie Zuhause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk; Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat. Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf; Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne: die Gewürze in ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdener Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht`s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen. Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. 

Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen. Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asien. 

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus dem Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss aus Rinnsalen zu Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen. Stolz holten die großen deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl? Aber die VW`s und BMW`s begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile; das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch ein besseres Bild abgegeben als heute. 

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts ausländisches gab es mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und "Stille Nacht" durfte gesungen werden - zwar nur mit Extragenehmigung, denn das Lied kam ursprünglich aus Österreich. 

Nur eines wollte nicht ins Bild passen: Maria, Josef und das Kind waren geblieben. Drei Juden. Ausgerechnet! "Wir bleiben", sagte Maria, "wenn wir aus diesem Land gehen - wer will ihnen dann noch den Weg zurück zeigen, den Weg zurück zur Vernunft und zur Menschlichkeit?"

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Feuerwehrmann, Du hast keine Chance !

Wenn Wir im Verkehrsstau 40 Sekunden lang aufgehalten werden, sagen die Leute: "Sie brauchen 20 Minuten um herzukommen !"

Wenn Wir mit 60km/h durch die Straßen fahren, sagen sie: "Scheut euch die rücksichtslosen Spinner an !"

Wenn Feuerwehrleute Fenster eindrücken, um die Ventilation die Hitze bei der Brandbekämpfung zu verringern sagen sie: "Seht euch die Kaputtmacher an !"

Wenn wir den Fußboden aufreißen um an den Brandherd zu gelangen, sagen sie: "Da läuft die Holzfällerbande !"

Wenn der Zugführer weit hinten steht, von wo er seine Männer sehen und leiten kann, sagen sie: "Er hat Angst, dahin zu gehen, wohin er seine Leute schickt !"

Wenn wir ein Gebäude verlieren, sagen die Leute: "Das ist eine lausige Feuerwehr !"

Wenn wir schnell mit dem Feuer fertig sind, sagen sie: "Es war kein richtiges Feuer !"

Wenn viel Wasser benötigt wird, sagen die Schaulustigen: Die richten mit dem Wasser mehr Schaden an als das Feuer selbst !"

Wenn ein Feuerwehrmann verletzt wird, sagen alle. So ein leichtsinniger Bursche !"

Wenn er im Einsatz sein leben lässt, sagen sie zu seiner Familie. Damit musste er rechnen als er zu Feuerwehr ging !"


Armer Feuerwehrmann, Du kannst es niemandem recht machen !

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Fünfundzwanzig Mark pro Gattin

Als das Haus in Flammen stand: das Profitcenter Brandschutz AG und die Auswirkungen der globalen Liberalisierung Stefan Geppert hatte sich daran gewöhnt, dass viele Bereiche des öffentlichen Lebens privatisiert worden waren: Telekom und Bahn, Post und Polizei, Gesundheitsdienst und Rettungswacht. Es leuchtete ihm ein, dass der Staat nicht für alles sorgen konnte und im Rahmen der globalen Liberalisierung seine einstigen Diener in marktwirtschaftlich orientierte Profitcenter entlassen hatte. Wie weit das alles gediehen war, bemerkte er, als eines Tages sein Haus in Flammen stand.

Es war ein lauer Sommerabend, und Stefan Geppert kam von der Arbeit nach Hause. Als er in die Reihenhaussiedlung einbog, an deren Ende er für seine Frau und seine beiden kleinen Kindern ein allein stehendes Landhaus mit großer Terrasse und weitem Vorgarten hatte bauen können, sah er Flammen aus Fenstern des Obergeschosses lodern. Elzbietta und die Kinder hatten sich auf das Dach gerettet und klammerten sich schreiend an die Satellitenschüssel. 

Stefan Geppert sprang aus dem Wagen. Neben ihm bremste ein Feuerwehrzug. Der Einsatzleiter lief auf Stefan zu und wedelte mit einem Formularblock. "Wir sind vom Profitcenter Brandschutz AG: einen oder zwei Schläuche?" rief er. "Was?" krächzte Stefan. "Einen oder zwei Schläuche?" "Um Gottes willen! Mein Haus brennt!" "Tut mir leid, Chef, wir haben unsere Vorschriften und Tarife. Steht alles auf diesen Formularen." Er hielt Stefan Geppert den Block unter die Nase. "Ein Schlauch kostet zehn Mark, zwei kosten zwanzig. Ach, und hier haben wir ein Sonderangebot: Fünf Schläuche zum Supersparpreis von vierzig Mark." "O, Scheiße! Können Sie nicht einfach mit dem Löschen anfangen?" "Geht leider nicht. Seitdem wir privatisiert sind, müssen wir hart kalkulieren. Leistung muss bezahlt werden." 

"Löschen Sie! Ich nehm' das Sonderangebot, alles! Ist mir doch egal, bloß . . ." "Gut. Einmal Supersparpreis." Der Einsatzleiter machte ein Kreuz auf dem Formularblock. "Vierzig Mark. Die ersten hundert Liter Wasser sind übrigens umsonst. Wir berechnen nur, was darüber hinaus verbraucht wird." 

"Um Himmels Willen! Machen Sie hin!" "Leitern?" "Was?" "Wollen Sie, dass wir Leitern einsetzen? Für mich sieht das so aus, als müssten wir drei Leitern anlegen."

"Fangen Sie mit dem Löschen an!!!"  "Eine Leiter kostet Sie acht Mark pro Stunde, zwei das Doppelte . . . " "Ja, ja! Tun Sie, was nötig ist. Aber retten Sie meine Frau und die Kinder!" Mmh. Retten . . . Das ist was anderes. Mal sehen." Der Einsatzleiter blätterte umständlich in Seinem Formularblock. "Aha! Da haben wir die Rettungspreise. Eine Ehegattin . .. Hm, wenn man darüber nachdenkt: Natürlich hat jeder bloß eine Ehegattin. Sonst wär's ja Bigamie. Komisch, wie der Gesetzgeber auf sowas gekommen ist." 

Um Gottes Willen, beeilen Sie sich!" 

"Also, eine Ehegattin. Das macht fünfundzwanzig Mark. Ist das In Ordnung für Sie?" Er kratzte sich mit dem Kugelschreiber an der Nasenwurzel. "Wahrscheinlich haben die das in die Liste gesetzt, falls wir mal zu Arabern gerufen werden. Sie wissen schon, die mit den Harems. Da müsste man dann pro Frau fünfundzwanzig Mark berechnen. Sie sind kein Araber, nicht wahr? Naja, also machen wir weiter. Eine Ehegattin fünfundzwanzig Mark. Für jede weitere Person berechnen wir zwanzig Mark. Wie viele Kinder haben Sie?" 

"Zwei , zwei bloß. Machen Sie hin!" 

"Es gibt natürlich Abschläge für Kinder. Zehn Prozent. Die Grünen haben im Bundestag darauf bestanden, dass es Prozente für Kinder gibt. Sonst hätten sie das Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht angefochten. Also gut, das macht summa summarum, Moment noch . . . " 

Geppert sank in die Knie und stieß, um seinen Schmerz zu stillen, den Kopf rhythmisch auf das Gehwegpflaster. "Das macht zusammen - ohne Wasser - 125 Mark plus Mehrwertsteuer . . . mmmh, eins im Sinn, also 145 Mark."

"Hilfe", krächzte Stefan Geppert. "Helfen Sie ihnen!"

"Entschuldigen Sie. Mir scheint es ziemlich verraucht zu sein dort in Ihrem Haus. Wir sollten vielleicht mit Atemschutzgerät reingehen, bloß, um sicher zu gehen. Zwei Einheiten sollten reichen. Das sind dann nochmal dreißig Mark plus Mehrwertsteuer. . .Das macht dann 179,80 Mark. Na, wir sind neu am Markt. Sagen wir 175. Wir brauchen Leute, die für uns Mundpropaganda machen - also 175, zuzüglich Wasserverbrauch." Stefan Geppert wälzte sich am Boden und stöhnte leise. "Wir nehmen Schecks, alle Kreditkarten und natürlich auch Bargeld, ganz wie Sie wünschen." 

"Aber begreifen Sie denn nicht?" schrie Stefan Geppert. "Mein Geld, meine Kreditkarten, meine Schecks, alles ist im Haus und brennt!" Der Einsatzleiter wandte sich an seinen Fahrer. "Na dann, Heiner. Das ist nach dem neuen Gesetz ein falscher Alarm. Lass' uns abfahren."  Er beugte sich aus dem Fenster des Feuerwehrautos und tröstete Stefan Geppert. "Wissen Sie, Chef, das tut mir wirklich leid. Aber auf Pump können wir nicht löschen." 

In dem Moment brach das Haus krachend zusammen, und Elzbietta und die Kinder schafften es gerade noch, abzuspringen. Sie landeten auf dem Rasen. Ihre Arme und Beine waren grotesk verdreht. Sie waren am Leben, stöhnten aber wegen der Brüche jämmerlich. 

Da kam ein Rettungswagen um die Ecke. Der Fahrer, ein Mann mit einem aufmunternden Grinsen im Gesicht, sprang heraus und rannte auf Stefan Geppert zu. "Na, Chef", rief er, "was werden wir brauchen?" 

Geppert lag auf dem Rücken und japste. 

"Also gut", sagte der Mann vom Rettungswagen, "wir berechnen für Mullbinden sechs Mark pro Meter als Grundpreis . . ."


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Der schulschwänzende Feuerwehrmann
Eine Erfahrung von Andreas Riedl, FF Achau

Es war an einem Dienstag im Jahr 2000, als wir durch die BAZ Mödling zu einem Verkehrsunfall mit Menschenrettung gerufen wurden. Ich war gerade dabei, meine Sachen für die Schule vorzubereiten, als der Pager losging. Plötzlich waren alle Gedanken an die Schule weg und ich habe binnen weniger Sekunden meinen „Beruf“ gewechselt. Ich wurde zum Feuerwehrmann. Als wir ausrückten saß ich im ersten am Einsatzort eintreffenden, Fahrzeug. Nach einigen Minuten stand es fest: Der Lenker, ein 19-jähriger junger Bursch in meinem Alter, verstarb soeben vor meinen Augen.

Nachdem wir einrückten, spielten sich in meinem Kopf Szenen ab wie sie die meisten Feuerwehrmitglieder sicher kennen: Wie wird es seinen Eltern gehen? Wie seiner Freundin? Gegen halb zehn Uhr war ich dann in der Schule. Die erste, ziemlich ironische, Frage der Lehrerin die ich in dieser Stunde hatte war: “ Und, ist der Bus entgleist oder hat die S- Bahn einen Platten gehabt!?“

Ich antwortete: “Frau Professor, ich war auf einem Feuerwehreinsatz!“ Worauf Sie nur meinte, dass ich nicht schon am Morgen saufen sollte. Nach einigen Minuten konnte ich ihr schildern, was genau passiert war. Ihr Schlusskommentar:“ Lieber Andreas, Erfahrungen für dass Leben macht man nur in der Schule, alles andere ist unwichtig!“ Als Draufgabe regnete es noch eine Klassenbucheintragung und eine Verwarnung durch den Klassenvorstand. Angeblich wegen unerlaubtem Schule schwänzen.

Ich setzte mich wieder hin und dachte nach. Über die Feuerwehr, die Lehrer und darüber, ob man in der Schule wirklich für das Leben lernt. Lehrer erzählen einem sehr viel. Doch ich glaube keiner von ihnen weiß wirklich, was er machen soll wenn sich sein Kind verletzt oder die eigene Küche (oder vielleicht sogar das Lehrerzimmer?) brennt.

Was ich mit diesem Text eigentlich sagen will:
Wir Feuerwehrmitglieder sollten, auch wenn es nicht immer einfach ist, alle Möglichkeiten ausschöpfen um unseren Mitmenschen zu helfen. Auch wenn sehr oft die Anerkennung dafür (siehe meinem Text) nur mangelhaft oder gar nicht vorhanden ist! Ich erlebte so eine Reaktion zum Glück nur einmal. Ein paar Tage später kam dann sogar der Direktor zu mir und entschuldigte sich für das Verhalten der Lehrkraft. Ich schenkte beiden einen Leistungsbericht meiner Feuerwehr....damit sie über unsere Arbeit etwas zum Nachlesen und Nachdenken hatten.


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Ja, Ja, die Steinzeit

In der Steinzeit lebten die Menschen in Höhlen, und auch ein Feuerwehrmann musste sich noch nicht mit Vorgesetzten rumquälen. Zur Belehrung gab's eins mit der Keule ins Genick- so diskutierte man damals- war die Steinzeit nicht schick ? War es Nachts kalt und der Feuerwehrmann fühlte sich einsam, bezog er die Höhle mit der Freundin gemeinsam. Und es gab niemanden, der ihr den Eintritt verwehrte und das Liebesdrama durchs Schlüsselloch abhörte. Es war eben noch nicht so wie heute und hier, den es gab noch keine Aufsichtsbehörde und kein Jagdrevier. Man las nicht ständig von Sex und Erotik und bekam trotzdem Kinder, ganz ohne Methodik. Man kannte kein Bad und kein WC, man ging in den Wald und die Sache war o. k. Es gab kein Ariel und keine Waschautomaten, denn wer dreckig war ging mal eben schnell baden. Man kannte keine DIN- Bekleidung, keine Gruppenführer, kein Schlauchabdrücken, keine Atemschutzverkleidung. Und spielte bei der Feuerwehr mal einer verrückt, gab's eins mit der Keule- war die Steinzeit nicht schick ? In der Steinzeit brauchte man nicht zum Feuer zu rennen, entweder es regnete oder man ließ es brennen. Über grüne Plastikhelme hätte man sich nur amüsiert, oder damit höchstens den Weihnachtsbaum dekoriert. In der Steinzeit war keine Spur von Löschfahrzeugen oder Einsatzleitwagen, da mussten die Großen noch laufen und die Kleinen noch tragen. Man brauchte keinen Brandmeister zu grüßen, oder bei Löschangriffsübungen auf komische Ziegelsteine mit Wasser zu schießen. Die Menschen bliesen auch Trübsal manchmal- die richtigen Dienstvorschriften fehlten- das war die Qual. Und sprach damals mal einer von Flash- Over oder Sammelstück - gabs eins mit der Keule- war die Steinzeit nicht schick? Auch die Feuerwehr-Unfallkasse war noch nicht da, war einer krank- gab's eins mit der Keule- alles klar ? 
Es gab keine NATO und keinen Schröder, auch damals waren die Sippenältesten viel möder... Es gab keine Kirche und keine Partei, statt dessen schlug man sich die Birne zu Brei. In der Steinzeit gab es keinen Wetterbericht, entweder regnete es oder es regnete nicht. Da brauchte man nicht des Piepers Hupen wegen, Nächte in Angst und Stress zu verleben. Die Leute damals streiften nur im Bärenfell und mit der Keule in der Hand durchs Land. Sie hatten kaum Sorgen, denn da lagen die Steuern noch nicht in Eichels Hand. Keine Landesfeuerwehrschulen mit harter Ausbildung bis zum bitteren Ende und wenn trotzdem mal einer umfiel, so sagt die Legende: Dann traf in meistens die Keule ins Genick- Ich kann mir nicht helfen, die Steinzeit war schick. Es gab auch keine SPD, keine ÖTV, keine Asyl- Bewerberkarten und auch auf ein neues Feuerwehrhaus brauchte man nicht so lange zu warten. In der Steinzeit kannten sie keine ALDI- Shops oder Nettoläden, wenn die was brauchten hat es ihnen Mutter Natur gegeben. Es gab keinen Opel oder keine Citroenen, wenn man wollte ließ man sich bei einem Mammutritt verwöhnen. Kein Ausbildungsplan, keine Uhrzeit und keine Sekunden, es schlug einen nur manchmal der Nachbar- aber niemals die Stunden. Kein Afrikaner kam zu uns weit aus dem Süden und die Mädchen von damals waren trotzdem zufrieden. Die schenkten nie einem andern `nen Blick und taten sie`s doch ?- gab's eins mit der Keule- war die Steinzeit nicht schick? Wenn die Sonne dann abends versinkt und der Leitstelle Kommando laut durchs Funkgerät erklingt, denn der ruhige Schlaf von einem Feuerwehrmann, geht sie einen Sch...dreck an- dann sieht man des Nachts- wenn der Reif liegt auf den Kirchturmspitzen, so ca. dreißig erwachsene Männer wie Winnetou durch die Gegend flitzen. Doch hätte Karl May die Feuerwehr- Dienstvorschrift 2/2 gekannt, er hätte seine Bücher samt und sonders verbrannt. Denn auf solche Ideen, wie darin erdacht, hatt' es der gute Karl sein ganzes Leben nie gebracht. Man muss schon studieren, um zu verstehen, was darf ich nicht und wo muss ich gehen ? Der Feuerwehrmann hatte früher nicht solch einen Tick- er nahm einfach die Keule- war die Steinzeit nicht schick?  Es gab keine Schönheitsreparaturen am Doppelkinn, und wo die Damen nichts hatten, da kam auch nichts hin. Es gab keine Miss-Wahl und keine Brigitte Bardot, denn die Mädchen damals gingen immer so. Und heute sieht es auch nicht anders aus, wenn der Mann mal kommt vom Einsatz nach Haus. Er braucht am Sonntag sehr viel Ruh`, denn Montag früh schlägt der Amtswehrführer wieder zu. Früher grunzte man mit Wildschwein und Hirsch um die Wette, Feuerwehrchinesisch brauchte man nicht mehr im Bette. Und hat doch mal einer zu lernen versucht- war schon ein Schlag mit der Keule gebucht. Sie traf ihn dann meistens im Genick- sagt mal ehrlich, war die Steinzeit nicht schick?

So bleibt am Schluss die Moral von der Geschicht' - so gut wie in der Steinzeit haben wir es heute nicht !!! 

Frei nach einer Sage von der Ländlichen Feuerlöschanstalt zu Heyrothsberge. 
Anno 1996

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Der Heilige Florian

Oh heiliger Sankt Florian,
Verschon unser Haus,
Steck andere dafür an!

Dieser Spruch wurde von jedem Bauherrn, der ein Haus erbaut hatte, über dessen Türe geschrieben. Der Heilige Florian schützt aber nicht nur neue Häuser, er gilt vor allem in Südbayern und Österreich als der Schutzpatron aller Berufsgruppen, die es mit Brennen und löschen zu tun haben: Er unterstützt Köhler, Schmiede, Kaminkehrer, Zinngießer und natürlich Feuerwehrmännern.

Dem Heiligen, dem man häufig als Statue, Gemälde oder Lüftlmalerei an Feuerwehrhäusern begegnet, ist der 4. Mai als Festtag gewidmet. An diesem Tag wurde er zum Märtyrer und schließlich zum Heiligen "dank" Kaiser Diokletian.

Der nämlich hatte beschlossen, rund 40 seiner Legionäre aufgrund ihres christlichen Glaubens nicht nur aus dem Heer auszuschließen, sondern auch verhaften zu lassen. Florian, als Veteran von den Verfolgungen ausgeschlossen, wollte trotz seines Ruhestandes noch treu zu seinen Kameraden stehen. Bereits auf dem Weg zu ihnen ins Lager begegnete er einem Reitertrupp, der geschickt worden war, die Christen in den umliegenden Dörfern aufzuspüren. Als er sich ihnen selbst als Christ bekannte, waren die Soldaten so erzürnt über seine Dreistigkeit, dass sie ihn aufs übelste folterten.

Zange, Geißel, Peitsche und Brennen überstand er mit den Worten: "Ich habe für den Kaiser so manche Wunde erlitten, warum sollte ich für Christus nicht auch ein paar Schrammen hinnehmen?"

Schließlich wurde Florian - mit einem schweren Stein um den Hals - von der Brücke in die Reißende Enns gestürzt. Als seine Leiche ans Ufer gespült wurde, breitete ein Adler seine Schwingen schützend über ihm aus, bis er von einer frommen Christin begraben wurde.

Es brennt, o heiliger Florian,
heut aller Orts und Enden:
Du aber bist der rechte Mann,
solch Unglück abzuwenden!

Die Geschichte vom heiligen St. Florian

Zur Zeit der letzten Christenverfolgung unter Kaiser Diocletianus (284-305) lebt in der Provinz Ufer-Moricum (Oberösterreich) der römische Staatsbeamte Florianus (geb. in Zeiselmauer bei Wien) als pensionierter Vorstand der Kanzlei des Statthalters Aquillinus zu Cetium (St.Pölten). Er war zugleich "siphonarius" der Feuerwehr-Kohorte (Truppeneinheit).Wegen seines mutigen Eintretens für christliche Soldaten vom Statthalter Aquilinus in Lauriacum (Lorch/Enns), der Garnison der II. italischen Legion, verhaftet, mit Sengen und Brennen bis zur Bewusstlosigkeit gefoltert und schließlich am 4. Mai 304 mit einem an den Hals gebundenen Steinbrocken in die Enns gestürzt. Das Ertränken war damals eine übliche Todesart, denn der Leichnam eines Christen konnte so nicht mehr verehrt werden. Die Wogen des Flusses trugen den Leichnam auf einen ragenden Felsen, wo ihn ein Adler schützte, bis zur Stunde, da ihn eine fromme Frau entdeckte und den Toten mit zwei Ochsen weg brachte. Als die Ochsen müde wurden betete die Frau und es entsprang eine Quelle, die es noch heute gibt. Die Frau brachte den Leichnam an die Stelle die Ihr die Eingebung brachte und begrub Ihn an dieser Stelle, wo seit 1071 das Augustine Chorherrenkloster St.Florian besteht. Weil der Märtyrer in einem Fluss ein gewaltsames Ende fand, wird er u.a. auch gegen Überschwemmung angerufen.

Alle Berufe, die es mit dem Brennen und Löschen zu tun haben: Köhler, Schmiede, Schnapsbrenner, Bierbrauer, Kaminkehrer und Metallgießer haben ihn zu ihren Patron erwählt. Die Feuerwehren, haben dies erst viel später getan. Seit her gilt der 4. Mai als Florianstag und wird vielerorts bei den Feuerwehren mit einem Tag der
offenen Tür begangen.

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Was ist ein Feuerwehrmann?

Er ist ein Mensch wie du und ich. Der in diesem Haus wohnt, mit dem aufgeweckten Kopf eines Kindes; der sich nie der Bewegung der Sirenen, Brände und Gefahren entziehen kann, mit Fehlern, Sorgen und mit unerfüllten Träumen, aber als mit mehr Güte als die meisten von uns.

Das ist ein Feuerwehrmann!

Der seine Kräfte anbietet jedes Mal, wenn es Alarm schlägt. Der mit einem Mal der glücklichste oder unglücklichste Mann ist...... Der den Wert des Lebens kennt, weil er die große Macht der unkontrollierten zerstörerischen Kräfte gespürt hat.

Das ist ein Feuerwehrmann!

Ein Mann, der auf das Lächeln der Kinder antwortet, weil er in seinen Armen kleine Körper getragen hat, die nicht mehr lächeln werden. Ein Mann, der sich an den einfachen Vergnügen des Lebens erfreut, wie an deinem Gruß zum Beispiel, oder an einer Tasse heißen Kaffees, um die Glieder zusammenzuhalten.

Das ist ein Feuerwehrmann!

O Kameradschaft eines tapferen Mannes, O göttlicher Friede nach getaner Arbeit mit all den Leuten. Der Feuerwehrmann hegt keinen Groll und schwingt keine Fahnen, noch reißt er irgendwelche Zoten, aber er pflegt das Andenken an der verunglückten Kameraden. Der Feuerwehrmann spricht nicht über die Brüderlichkeit unter den Menschen..... ER LEBT SIE!

Das ist ein Feuerwehrmann!

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Der "Ab- und Zu"-Feuerwehrmann
Von Franz Oberndorfer

Ein kritischer Text, den oben genannter Kommandant  als Mahnung in der Feuerwehr publizierte:

Herr X. ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und - wie er glaubt - ein aktiver Feuerwehrmann. Denn immerhin nimmt Herr X. des öfteren an Ausrückungen zu Festen teil auch auch wenn es gratis etwas zu essen gibt ist er zur Stelle. Wie gesagt, ein aktives Mitglied der Feuerwehr - wie er glaubt. An technischen Schulungsabenden nimmt Herr X. nicht teil, denn er kennt sich ja sowieso überall aus, schließlich ist er ja bereits seit 20 Jahren bei der Feuerwehr!

Herr X. hat einen 18-jährigen Sohn. Dieser bestand vor einem Monat die Führerscheinprüfung und letzte Woche hat er sich ein neues Auto gekauft. Es ist Samstag Abend und der Sohn von Herrn X. lädt seine Freunde zu einer Disco-Tour in seinem neuen Pkw ein. Natürlich trinkt er keinen Alkohol, schließlich ist er ein selbstbewusster Lenker. Während der Heimfahrt beginnt es zu schneien und die Fahrbahnen werden spiegelglatt. Und es passiert - aufgrund noch mangelnder Fahrpraxis kommt der Wagen ins Schleudern und prallt in der Folge gegen einen Baum. Die Mitfahrer können sich nur leicht verletzt selbst aus dem Pkw befreien, X's Sohn jedoch ist hinter dem Steuer eingeklemmt. Seine Freunde verständigen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei.

Herr und Frau X. sitzen vor dem Fernseher, als die Feuerwehrsirene zum Einsatz ruft. Herr X. springt auf und rast ins Feuerwehrhaus, welches sich nicht unweit von seiner Wohnung befindet. Vier Kameraden sind bereits im Feuerwehrhaus, als er dort eintrifft. Es sind lauter "Ab- und Zu"-Feuerwehrmänner, doch jeder glaubt, der andere wird sich schon mit dem Bergegerät auskennen und rücken mit dem LF zur genannten Einsatzstelle aus. Dort angekommen erkennt Herr X. den Wagen seines Sohnes, die eingeklemmte Person ist sein eigenes Kind. Er gerät in Panik, schreit seine Kameraden an, dass sie um Gottes Willen seinen Sohn befreien!
Doch nur betretene Blicke und schuldbewusste Köpfe sind die Antwort. Jeder, der "Ab- und Zu"-Feuerwehrmänner glaubte, sich überall auszukennen, weil er ja schon so lange Zeit bei der Feuerwehr ist. Aber die Teilnahme an Schulungen und technischen Übungen hielten sie nicht für notwendig - bis an diesen schicksalhaften Tag.

Anmerkung des Autors:
Diese Geschichte, werte Leser, habe ich mir ausgedacht, um zu veranschaulichen, was passieren kann, wenn die von der Feuerwehr angebotenen Übungen und Schulungen nicht genutzt werden. Damit so ein Fall nicht passieren kann, bitte ich Euch, an den Übungen jeden Xtag  um xzig Uhr sowie an den sonstigen Übungen zahlreich teilzunehmen.


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Hilfe für die Helfer
Gedanken nach einem Einsatz
Von Kora Weinknecht

"Piieepp, piieepp, piieepp", da war es wieder, dieses Geräusch das mein Piepser von sich gab, wenn es mal wieder Zeit war für einen Einsatz. Es war vier Uhr Früh
und ich hatte seit dem letzten Einsatz nur ca. eine halbe Stunde geschlafen. Und nun wurden wir wieder zu einem Einsatz gerufen. Das hieß also ab ins Auto und ein
paar Minuten später waren wir auch schon auf dem Weg Richtung Einsatzort. Uns wurde auch gleich per Funk durchgegeben, worum es sich handelte.

"2-19 einsatzmäßig Richtung Olympiabrücke – Mensch in Notlage." Mensch in Notlage war ein Satz den ich wirklich hasste, denn er sagt absolut nichts darüber aus,
um was für einen Einsatz es sich handelt. Das konnte nun wirklich alles sein. Als wir den Einsatzort erreichten, war die Feuerwehr und Polizei schon vor Ort.

"Wir versuchen gerade die Tür aufzubrechen, aber die scheint ziemlich massiv zu sein", erklärte uns einer der Feuerwehrmänner. Mein Fahrer drehte sich zu mir um
und meinte: "Nimm mal den Defi und den Notfallkoffer mit. Ich fordere einstweilen den Notarzt und den Einsatzleiter an." Vollbepackt kam ich wenige Minuten später zur Tür, die immer noch ungeöffnet war, und stellte alles ab.

"Wer hat uns denn eigentlich angefordert?", fragte mein Fahrer einen der Feuerwehrmänner, die immer noch hart am arbeiten waren. "Die junge Frau dort drüben, die gerade mit dem Polizisten spricht!", er deutete in die entsprechende Richtung.

Kurze Zeit darauf traf der Einsatzleiter ein und gab der Feuerwehr die Anweisung durch ein Fenster einzusteigen, wenn die Tür ein solches Problem darstellte. Also
stiegen drei Feuerwehrmänner über eines der Fenster ein und an dem erschreckten: "Oh mein Gott", war mir sofort klar, dass sich dort drinnen tatsächlich ein Mensch in
Notlage befand. Die Feuerwehrmänner öffneten uns von innen die Türe und da bot sich uns ein nicht gerade angenehmes Bild. Auf der Couch lag ein junger Mann, weiß wie die Wand, der offensichtlich einen Selbstmordversuch hinter sich hatte. Er hatte versucht sich die Pulsadern und die Halsschlagader auszuschneiden und er hatte auch ganz gut getroffen, denn der blutete stark. Mein Fahrer und ich stürzten zu ihm und begannen mit der Erstversorgung. Wir legten Verbände an, sprachen mit ihm und erklärten ihm alle Maßnahmen, wobei von ihm eigentlich keine Reaktion mehr kam. Kurze Zeit darauf traf der Notarzt ein und setze die weitere Versorgung fort. Soweit hatten wir ihn dann auch stabil und wollten ihn von der Couch auf die Trage umlagern, womit er aber ganz und gar nicht einverstanden war und sich wie wild zu wehren wusste. Mit seiner Faust traf er mein linkes Auge, was mir noch Tage danach ziemlich weh tat. Schließlich hatten wir ihn aber doch so weit beruhigt, dass wir ihn ohne Probleme ins Krankenhaus mitnehmen konnte, wo er dann weiter versorgt wurde.

Nach diesem Einsatz folgten in dieser Nacht keine weiteren mehr und eigentlich wäre ich müde gewesen und hätte noch ein wenig schlafen können, bevor der
Universitätsalltag wieder anfing, aber ich konnte nicht. Sobald ich meine Augen schloss kam dieses Bild zum Vorschein, dieser junge Mann, der auf der Couch lag, das
Blut von seinen Armen fließend ...

Ich muss auch heute, und seither ist doch einige Zeit vergangen, immer wieder an diesen Einsatz denken. Es blieb leider nicht mein einziger Einsatz bei dem sich ein
Mensch das Leben nehmen wollte. Aber seit diesem Einsatz frage ich mich allerdings immer wieder: "Wer hilft eigentlich uns Helfern?" Die Bevölkerung verlässt sich
darauf, dass Feuerwehr und Rettung immer einsatzbereit sind, dass wir da sind, wenn sie uns brauchen. Und das sind wir, ob es draußen stürmt und scheint, wir sind da,
und das rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr. Aber wir Helfer haben auch Gefühle. Auch wenn wir am Einsatzort erst mal so schnell wie möglich unserer "Arbeit"
machen, so gehen die wenigsten Einsätze spurlos an uns vorüber. Wer hilft nun uns Helfern, solche Einsätze, wie ich ihn erlebt habe, zu verarbeiten?

Wer ist für uns Helfer da, wenn wir einmal HILFE brauchen?

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Ein wahres Zitat

Der Schüttorfer Bürgermeister Dr. Franz Scheurmann
bemerkte 1929 bei der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schüttorf folgendes (trifft vielerorts auch heute noch zu)

"Die Wehr ist für alle da. Es ist bedauerlich, dass die
besitzenden Klassen, die doch eigentlich bei einem
Brande am meisten zu verlieren haben, sich nicht
beteiligen, beziehungsweise der Wehr
so gleichgültig gegenüberstehen. Hoffentlich tritt hier
im Laufe der nächsten Zeit eine Besserung ein, denn der
Dienst in der Wehr ist eine reine Sache der
Nächstenliebe: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!"


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Gott und die Feuerwehr

Zwei Freunde gehen im Moor spazieren. Plötzlich sinkt einer bis zur Brust in den Morast. Schnell eilt der andere, die Feuerwehr zu holen, die auch prompt eintrifft und die Leiter ausfährt, um den Versinkenden zu retten. Dieser winkt aber ab: "Ich bin nun 50 Jahre Christ und immer treu und brav in die Kirche gegangen. Der Herr wird mich schon retten!"

Also trabt die Feuerwehr wieder ab. Nach einigen Stunden entscheidet der Feuerwehrchef, doch noch mal ins Moor auszurücken: "Der Mann geht ja drauf, dem müssen wir einfach helfen!" Angekommen sehen sie, dass nur noch der Kopf herausguckt. Also Leiter raus, retten wollen! "Nix da", sagt da der Versinkende, "Ich bin 50 Jahre Christ, habe auch immer meine Kirchensteuer bezahlt. Gott wird mich schon retten!" Na ja, da muss die Feuerwehr wieder abziehen.

Am kommenden Morgen kommen dem Feuerwehrchef aber doch wieder die Gedanken an den Mann in den Sinn und er lässt noch einmal ausrücken. Im Moor angekommen sehen sie aber nur noch, wie die letzten Haare versinken!

Nix mehr zu machen! Der gute Verstorbene kommt nun im Himmel an und ist stinksauer: "Sofort her mit dem Chef", brüllt er Petrus an, der diesen auch sofort holt. Zu dem meint er: "50 Jahre bin ich nun Christ, immer habe ich brav meine Kirchensteuer gezahlt, keinen Gottesdienst habe ich versäumt - und nun so was! Hättest Du mir nicht ein wenig unter die Arme greifen können?"

"Was regst Du Dich auf, mein Sohn?" spricht Gott. "Habe ich Dir nicht drei Mal die Feuerwehr geschickt!?!"

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Vergisst Du Gott?

Wütet die Flamme in Deinem Haus,
rufst Du nach Gott und der Feuerwehr aus.
Ist aber gelöscht das Flammenmeer,
so vergisst Du Gott und schimpfst auf die Feuerwehr.

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Zum Nachdenken die Planungsphasen
in der Feuerwehr:


1. Begeisterung
2. Verwirrung
3. Ernüchterung
4. Suche nach dem Schuldigen
5. Bestrafung eines Unschuldigen
6. Auszeichnung eines Nichtbeteiligten

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Heimat bist du großer Söhne

Heimat ... Heimat bist du großer Söhne...
heißt es in einer Textzeile
der österreichischen Bundeshymne


... gerade die Feuerwehren unseres Landes dürfen sich
hier angesprochen fühlen, zählen sie doch zu den besten der Welt.

Waren es früher unsere Väter, so sind wir es heute, welche den Dienst am
Nächsten leisten.

Gerade wir hier im Weinland lieben das Land der Ähren...
wo wie ein Meer die goldenen Felder wehen...
wo Menschen noch einander Zeit gewähren und zusammen stehen.

Wo an sonnigen Hängen die Reben im Abendlicht sich ranken,
wo versunken in Gedanken , wir unseren
Herrgott für all das, in aller Stille,- bescheiden danken .

Möge diese Stille all jenen Licht sein,
die bereits von uns gegangen sind.
All jenen Licht sein,
 denen wir nicht mehr helfen konnten,
all jenen Mahnung zur Vernunft,
 die im Begriff sind ihr Schicksal herauszufordern.

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Wer sieht... MICH?
 
Kora Weinknecht (Rotes Kreuz Mattsee)

Wer sieht, das Leben eines Feuerwehrmannes, wenn "er" nicht im Einsatz ist?

Wer sieht die zahlreichen Stunden, die ich wartend zugebracht habe, wartend drauf dass "er" zurückkommt, von seinem letzten Einsatz?

Wer sieht die durchgemachten Nächte, weil "er" bei einem Einsatz ist, und ich nicht schlafen kann, mit jeder Minute mache ich mir mehr Sorgen? Kommt "er" wohl unbeschadet von dem Einsatz zurück?

Wer sieht die Angst in meinen Augen? "Er" ist schon seit mehr als vier Stunden weg. Ob auch wirklich alles in Ordnung ist mit ihm?

Wer fühlt mein Herz schlagen, wenn ich mir Sorgen mache?

Wer kann mir versprechen, dass "er" nicht auch einmal unter den Verletzten sein wird? Eine Rauchgasvergiftung? Oder sogar Schlimmeres?

Wer sieht, mich zurückgelassen an meinem Geburtstag? Wir wollten gerade feiern, doch dann kam ein stiller Alarm?

Wer sieht die unzähligen Fehlalarme, die ausgelöst werden, weil Leute unachtsam sind? Für die Feuerwehrmänner macht das keinen Unterschied - sie machen sich bei jedem Alarm gleich schnell auf dem Weg, mit immer demselben Elan "helfen und retten" zu wollen!

Wer sieht die Stunden, die ich draußen vor der verschlossenen Haustüre verbracht habe, weil "er" zu einem Einsatz gerufen wurde, und pflichtbewusst so schnell weggefahren ist, dass er mir den Schlüssel nicht mehr geben konnte?

Wer hört all die Gespräche, in denen "er" mir von seinem Einsatz erzählt? Von seinen Gedanken, wenn er zu einem Feuer gerufen wird, von seinen Ängsten, aber auch seinen Erfolgserlebnissen?

Wer leidet mit "ihm", wenn er von einem Einsatz zurückkommt, total durchgeschwitzt, nass und verspannt, weil er eine halbe Ewigkeit das Atemschutzgerät tragen musste?

Wer sieht meine Erleichterung, Wenn "er" nach stundenlanger Arbeit, endlich wieder nach Hause zurückkehrt, müde und erschöpft, aber in einem Stück?

Wer hilft an seinem freien Tag den TLF-A zu putzen, damit er all die Spuren von den letzten Einsätzen endlich einmal verliert?

Wer sieht... mich?

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Helden

Ich sehe jeden Tag die Bilder des zerstörten World Trade Centers und die der Feuerwehrmänner, denen die letzte Ehre erwiesen wird.

Ich breche jedes Mal in Tränen aus, wenn ich daran denke, dass das einer meiner Freunde sein könnte, oder auch ich.

Da ich noch vor kurzer Zeit überlegt habe, wenn ich mit meiner Schule fertig bin, in die Staaten zu gehen, um auch ein Firefighter zu werden, liegt letzteres nicht so fern.

Ich habe die Verzweiflung und die Trauer in den Augen der Retter gesehen, und denke mir immer wieder, dass diese Leute wahre Helden sind.

Ich habe auch die Plakate gesehen, die meilenweit die Zufahrten säumten, und auf denen stand: " You are all Heros!".

In solchen Momenten bin ich stolz ein Feuerwehrmann zu sein.

Ich habe auch diesen Text in Tränen geschrieben und hoffe dass die verstorbenen Kameraden, in dem Zeitpunkt ihres frühen Endes, gewusst haben, dass sie für uns ewig leben werden.

FM Peter Heise
18 Jahre alt
FF Waidhofen/Ybbs-Stadt
geschrieben am 22.9 01

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Wie schnell fährst Du???

Da die Feuerwehren zumeist sehr unmittelbar mit dem Schrecken und Leiden eines Verkehrsunfalls konfrontiert werden, möchten wir an dieser Stelle über die gesamte Dramatik und auch die Grausamkeit eines Unfalles berichten. Leider entfallen 48 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden auf Personen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren.
Die häufigste Unfallursache ist überhöhte Geschwindigkeit; bei einem Drittel aller Fälle ist Alkohol im Spiel.

Die Bremsen haben blockiert, Du spürst das pulsierende Gefühl des ABS an deinem Fuß, Du bist starr vor Schreck. Es gibt kein Ausweichen mehr...

Mit weißen Knöcheln umklammerst Du krampfhaft und voller Angst das Lenkrad...

Noch knapp 1 Meter bis zum Baum...

Mit 80 km/h rast dein Körper nach vorne. Du wiegst jetzt mehr als 2 t und wirst mit 20-facher Schwerkraft aus dem Sitz gehoben. Deine Beine brechen am Kniegelenk.

Dein Körper löst sich aus dem Sitz, der Rumpf ist starr aufgerichtet, die gebrochenen Kniegelenke gegen das Armaturenbrett gepresst. Umhüllung und Stahlfassung des Lenkrades biegen sich unter deinen Händen.

60 cm des Autobugs sind schon total deformiert. Dein Körper rast weiter mit 80 km/h. Der Motor, fast 1/2 t schwer, stößt in das Hindernis.

Deine Hände - in Todesangst starr verkrallt - biegen das Lenkrad fast vertikal. Die Gelenke und Unterarme brechen. Durch die andauernde Schwerkraft wirst du von der Lenksäule durchbohrt. Stahlsplitter dringen in den Brustkorb, reißen Löcher in die Lungen und zerfetzen die inneren Arterien. Blut dringt in den Lungenflügel. Das Atmen wird so gut wie unmöglich.

Deine Füße werden aus den Schuhen gerissen. Das Bremspedal bricht ab, das Fahrzeuggestell bricht in der Mitte ein. Bolzen lösen sich, Schrauben reißen ab. Dein Kopf schleudert gegen die Windschutzscheibe. Du hast nicht einmal mehr Zeit zum Schreien.

Das Auto krümmt sich. Die Sitze haben sich aus den Verankerungen gelöst, schnellen nach vorne und pressen deinen Brustkorb unbarmherzig gegen die gesplitterte Lenksäule. Blut schießt aus deinem Mund. Durch den Schock bleibt Dein Herz stehen...

Du bist tot !

...und wie schnell fährst DU in Zukunft...?

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Ein Beispiel zum Nachdenken

Ein Mensch, der an der Spritze steht,
Bekämpft den Brand so gut es geht,
Bis er zuletzt nur noch zur Not
Entrinnt dem eignen Feuer-Tod.

Ein Unmensch, der am Stammtisch sitzt,
Hätt weitaus tapferer gespritzt.
Er überzeugt nun, gar nicht schwer,
Sogar den Menschen, hinterher,
Mit prahlerischen Redeflüssen,
Dass er hät besser spritzen müssen.

Und aus dem Menschen wird zuletzt
Ein Feigling gar, der pflichtverletzt.
Und alle rühmen um die Wette,
Wie gut gespritzt der Unmensch hätte.

Eugen Roth

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